
Susanne Vömel – Autorin und Psychologin
Ich schreibe über frühe Prägungen, Bindung und Beziehungen – und über die unbewussten Muster, die unser Selbsterleben und unser Miteinander prägen. In meiner psychologischen Arbeit und in meinen Büchern verbinde ich psychodynamisches Denken mit einem erfahrungsnahen Blick auf das, was in uns und zwischen Menschen geschieht.
Bücher
Tanz der inneren Kinder - Warum wir lieben, wie wir es gelernt haben – und wie frühe Prägungen den Takt unserer Beziehungen bestimmen.
Ein psychologisches Sachbuch, das spürbar macht, wie frühe Bindungserfahrungen unsere Partnerwahl, Beziehungsmuster und Konflikte beeinflussen und warum wir uns häufig gerade zu Menschen hingezogen fühlen, die unsere frühen Themen berühren.
Tanz der inneren Kinder verbindet tiefenpsychologische Perspektiven mit anschaulichen Beispielen aus dem Beziehungsalltag und lädt dazu ein, die eigenen Beziehungsmuster zu verstehen und zu verändern.


Selbstwahrnehmung mit allen Sinnen
Wie ein gestärktes Körperbewusstsein zu mehr Selbstwert, Lebendigkeit und Lebensfreude verhilft.
Unser Selbsterleben wurzelt in unserem Körper. Über unsere Sinne erfahren wir uns selbst und unser Sein in der Welt. Frühkindliche Erfahrungen, Gefühle und Beziehungserfahrungen hinterlassen Spuren in unserem Körpergefühl und prägen unser Selbstgefühl.
Selbstwahrnehmung mit allen Sinnen verbindet psychodynamisches Denken mit der sinnlichen Erfahrung des eigenen Körpers. Das Buch führt zu verkörperten Erinnerungen und implizitem Beziehungswissen, zu Resonanz und Selbstwahrnehmung und zu der Frage, wie wir wieder einen lebendigeren und authentischeren Zugang zu uns selbst finden können.

Dem Unsichtbaren Bilder, dem Unsagbaren Worte geben
Warum können wir in bestimmten Momenten nicht so reagieren, wie wir es eigentlich möchten? Was zieht dich immer wieder zu einer ähnlichen Art von Mensch? Was ist es, das dich schon am Anfang so tief berührt, obwohl du diesen Menschen kaum kennst? Liegt es wirklich nur an der anderen Person – oder hat dieses starke Erleben auch mit etwas in dir selbst zu tun?
Was wir in unseren ersten Beziehungen erleben, prägt unser späteres Selbsterleben und unsere Beziehungen. Im Blick unserer Eltern, in ihren Berührungen, in der Art, wie sie sich mit uns freuen, uns trösten und auf unsere Bedürfnisse reagieren, entsteht nach und nach ein tiefes, gefühlsbetontes Beziehungswissen. Wir erfahren, ob Nähe selbstverständlich ist oder immer wieder verloren gehen kann. Ob wir darauf vertrauen dürfen, gesehen zu werden.
Vieles von diesem frühen Erleben ist uns später nicht als konkrete Erinnerung zugänglich. Es kann sich als Körpergefühl, als Atmosphäre oder als emotionales Erleben zeigen. Manchmal reicht ein Geruch, eine bestimmte Atmosphäre oder ein Musikstück und eine ganze Erinnerungsepisode breitet sich in uns aus. Plötzlich ist ein damaliges Lebensgefühl wieder da.
Diese frühen Prägungen wirken auch in unseren Liebesbeziehungen weiter. In Beziehungen begegnen sich nicht nur zwei Erwachsene, sondern auch ihre inneren Kinder mit ihren frühen Erfahrungen von Liebe, Bindung, Bedürftigkeit und Sehnsucht. Zwei Menschen bringen ihre jeweiligen Geschichten mit. Im Zusammenspiel entsteht daraus eine gemeinsame Dynamik.
Genau diesen Zusammenhängen widme ich mich in meinen Büchern und in meiner Arbeit. Ich möchte sichtbar machen, was sich hinter unseren Reaktionen, unseren Beziehungsmustern und unseren Konflikten verbirgt und wie frühe Erfahrungen in unserem heutigen Erleben weiterwirken.
In Selbstwahrnehmung mit allen Sinnen geht es um das sinnliche Selbsterleben, um verkörperte Erinnerungen und implizites Beziehungswissen, um frühkindliche Prägungen und die Entwicklung unseres Körper-Selbst. Es geht um Resonanz, Selbstwahrnehmung, Selbstwert und Lebendigkeit und darum, wie wir wieder einen lebendigeren und authentischeren Zugang zu uns selbst finden können.
In Tanz der inneren Kinder richtet sich der Blick auf die Dynamik zwischen zwei Menschen. Beide bringen ihre frühen Beziehungserfahrungen und ihre inneren kindlichen Anteile mit. Da unsere Partnerwahl selten ganz zufällig erfolgt, weil unsere inneren Skripte von Liebe im Hintergrund die Fäden ziehen, fühlen wir uns zumeist zu Menschen hingezogen, die in ihrer frühen Entwicklung von demselben Konfliktthema geprägt sind. Im Zusammenspiel entsteht eine eigene Beziehungsdynamik – ein gemeinsamer Tanz –, in dem sich die jeweiligen Bewältigungsstrategien gegenseitig ergänzen und verstärken können.
Das Bild des Tanzes beschreibt dieses Zusammenspiel in Liebesbeziehungen von Beginn an. Wir bewegen uns nicht unabhängig voneinander, sondern in ständiger Wechselwirkung. Unsere Aktionen und Reaktionen entstehen im Kontakt und verstärken sich gegenseitig. Wenn wir beginnen zu verstehen, welche inneren Anteile unsere Schritte lenken, entsteht die Möglichkeit, sich aus diesen unbewussten Choreografien zu lösen und den Tanz zu verändern.
Ich möchte mit meiner Art zu schreiben und psychodynamische Zusammenhänge zu vermitteln, Menschen innerlich berühren. In dem, was ich beschreibe, können sie sich gefühlsmäßig und unmittelbar wiederfinden und spüren, was in ihnen und zwischen ihnen geschieht. Ich möchte dem, was zunächst nur als Gefühl, Körpererleben oder Atmosphäre da ist, eine Sprache geben, in der es wiedererkennbar und verstehbar wird. Die Innenwahrnehmung mit stimmigen Vorstellungen und Worten zusammenzubringen, erfordert ein Vortasten, Umkreisen und Ringen, bis stimmige Worte für das Gefühlsleben gefunden sind. Wenn dann Körpergefühle, Vorstellungswelt und Worte zusammenfinden, tritt oft unmittelbar Entspannung ein und es breitet sich ein Gefühl von Ganzheit und Lebendigkeit aus.
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Interviews & Podcasts
Interview mit dem Klett-Cotta Verlag
Fragen an Susanne Vömel
1. Viele Paare erleben immer wieder dieselben Konflikte, obwohl sie sich lieben. Was meinst du mit dem „Tanz der inneren Kinder“ – und warum ist dieses Bild so zentral, um Beziehungen wirklich zu verstehen? Viele Paare kennen diese Momente, in denen ein Streit oder immer wiederkehrende Konflikte plötzlich eine Intensität bekommt, die sich kaum erklären lässt. Es geht scheinbar um eine Kleinigkeit und doch eskaliert es, und beide fühlen sich tief getroffen, zurückgewiesen oder nicht gesehen. In solchen Momenten setzen sich nicht nur zwei Erwachsene auseinander, sondern auch ihre inneren kindlichen Anteile mit all ihren Erfahrungen von Ohnmacht, Wut oder Angst. Wenn diese früh geprägten Anteile aktiviert werden, reagieren sie schnell und meist, ohne dass wir bewusst erfassen, was gerade in uns geschieht. Da unsere Partner:innenwahl selten ganz zufällig erfolgt, weil unsere inneren Skripte von Liebe im Hintergrund die Fäden ziehen, fühlen wir uns zumeist zu Menschen hingezogen, die in ihrer frühen Entwicklung von demselben Konfliktthema geprägt sind. Damit diese überhaupt als »Tanzpartner:in« in Frage kommen, haben sie in ihren frühen Beziehungen, etwa im Grundkonflikt zwischen Abhängigkeit und Autonomie, eine entgegengesetzte Bewältigungsstrategie entwickelt, um sich die Liebe und den Schutz der Eltern zu sichern. Gerade diese Unterschiedlichkeit kann sich zu Beginn einer Beziehung so erfüllend anfühlen, als hätte man die verlorene Hälfte gefunden, mit der man endlich zu einem Ganzen verschmelzen kann. Mit der Zeit entstehen daraus jedoch aus verschiedenen Gründen zunehmend eskalierende Konflikte oder eine schmerzhafte Entfremdung. Das Bild des Tanzes beschreibt dieses Zusammenspiel in Liebesbeziehungen von Beginn an. Wir bewegen uns nicht unabhängig voneinander, sondern in ständiger Wechselwirkung. Unsere Aktionen und Reaktionen entstehen im Kontakt und verstärken sich gegenseitig. Wenn wir beginnen zu verstehen, welche inneren Anteile unsere Schritte lenken, entsteht die Möglichkeit, sich aus diesen unbewussten Choreografien zu lösen und neue, bewusstere Schritte zu entwickeln und so den Tanz zu verändern.
2. Beim Lesen erkennt man sich oft selbst oder den eigenen Partner wieder. Was wünschst du dir, was Leser:innen nach der Lektüre über sich selbst und ihre Beziehungen neu begreifen? Tanz der inneren Kinder spricht mit den Lesenden, sodass sie sich gefühlsmäßig und oft sehr unmittelbar in den Beziehungsdynamiken wiedererkennen. Vieles von dem, was wir heute in Beziehungen tun, war einst eine sinnvolle Antwort auf frühere Erfahrungen. Mein Wunsch ist es, dass Leser:innen verstehen, dass unsere Reaktionen keine Fehler, sondern gewachsene Strategien sind. Wenn wir beginnen, aus dieser Perspektive auf uns zu schauen, entsteht Mitgefühl und Verständnis für uns selbst und auch für andere Menschen Im Bereich früher Prägungen geht es oft weniger um einzelne prägnante Ereignisse als vielmehr um das, was unseren Alltag ausgemacht hat: den emotionalen Grundton einer Familie, unausgesprochene Erwartungen und die Prägungen der Eltern, mit denen sie auf ihre Kinder einwirkten - Dinge, die uns als selbstverständlich erschienen. Vieles davon wirkt in uns weiter, ohne dass wir es bemerken, und zeigt sich gerade in Momenten, in denen wir uns oder den anderen in der Heftigkeit plötzlicher Gefühle und Reaktionen kaum wiedererkennen, und später, wenn Beruhigung eingetreten ist, vielleicht auch davon beschämt sind. Eigene Kinder berühren oft genau jene inneren Anteile, die unbewusst geblieben sind. Wenn wir beginnen, diese Zusammenhänge zu erkennen, beginnt Veränderung. Dann verändert sich das Miteinander. Wir erleben einander nicht mehr als Gegner, sondern als Teil einer vertrauten, aber oft ungesunden gemeinsamen Dynamik, die unterbrochen werden kann. Ich wünsche den Leser:innen mehr und mehr Tänze, in denen sie sich nicht ständig auf die Füße treten, und stattdessen barfuß tanzen, ohne Angst vor Verletzung.
3. Dein Buch verbindet tiefenpsychologisches Wissen mit vielen lebendigen Fallbeispielen. Für wen ist Tanz der inneren Kinder besonders hilfreich – und was unterscheidet es von klassischen Beziehungsratgebern? »Tanz der inneren Kinder« richtet sich an Menschen, die spüren, dass sich in ihren Beziehungen etwas wiederholt, vielleicht in Form ähnlicher Konflikte oder darin, dass sie sich immer wieder auf Partner:innen einlassen, von denen sie eigentlich wissen, dass sie ihnen nicht guttun, und die sich auf der bewussten Ebene allein nicht erklären lassen. Im Kern verbinde ich tiefenpsychologische Konzepte mit einer erfahrungsnahen Darstellung, so dass sowohl Fachpersonen als auch Leser:innen ohne psychologischen Hintergrund die Zusammenhänge nachvollziehen können. Im Zentrum steht dabei die Frage, die viele aus ihrem eigenen Erleben kennen: Warum wir in bestimmten Momenten nicht so reagieren können, wie wir es eigentlich möchten, oder uns immer wieder in Beziehungskonstellationen begeben, von denen bereits klar ist, dass sie schmerzhaft sind. Gerade in emotional bedeutsamen Beziehungen greifen oft früh entstandene Muster, die sich unserem bewussten Zugriff entziehen, insbesondere dann, wenn Liebe, Zugehörigkeit oder Bindung bedroht sind. Neurobiologisch hat unser Verstand keine Chance, wenn Angst vor Bindungsverlust und der dadurch ausgelöste Stress unser autonomes Nervensystem in den Notfallmodus bringt. In solchen Situationen reichen rationale Einsichten, gute Vorsätze oder Handlungsanweisungen, wie wir sie in klassischen Beziehungsratgebern finden, nicht aus. Erst wenn wir tiefer beginnen zu verstehen, was in uns ausgelöst wird und welche inneren Prozesse unser Erleben steuern und wie wir auf sie einwirken können, entsteht die Möglichkeit, anders damit umzugehen. Das Buch ist für Menschen geschrieben, die ihren Beziehungsmustern wirklich auf den Grund gehen möchten, um für sich und auch die eigenen Kinder etwas verändern zu können. Zugleich ist es für Fachpersonen aus Psychotherapie, Coaching, und Pädagogik, die die zugrunde liegenden psychodynamischen Prozesse in Paar- und anderen Liebesbeziehungen vertiefter verstehen wollen.
Podcast: Sounds Familiar – der Elternpodcast mit Sissi Rasche
Warum eskalieren Konflikte in Beziehungen oft wegen scheinbarer Kleinigkeiten? Warum fühlen wir uns plötzlich zurückgewiesen, nicht gesehen oder emotional so getroffen, obwohl es eigentlich nur um eine Kleinigkeit ging? Und warum geraten wir immer wieder in ähnliche schmerzhafte Dynamiken, obwohl wir es doch eigentlich anders machen möchten? Weshalb reichen rationale Einsichten häufig nicht aus, um diese Beziehungsmuster zu verändern? In dieser Folge spricht die Psychologin und Paartherapeutin Susanne Vömel über unbewusste Beziehungsmuster, emotionale Trigger, frühe Bindungserfahrungen und die inneren kindlichen Anteile, die in Liebesbeziehungen aktiviert werden. Im Zentrum steht die Annahme, dass Partner:innenwahl selten zufällig erfolgt. Häufig fühlen wir uns zu Menschen hingezogen, mit denen sich frühe Beziehungserfahrungen, innere Konfliktthemen und emotionale Dynamiken wiederholen. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum wir in Beziehungen häufig nicht so reagieren können, wie wir es eigentlich möchten. Gerade in emotional bedeutsamen Beziehungen greifen oft früh entstandene Muster, die sich unserem bewussten Zugriff entziehen, insbesondere wenn Angst vor Bindungsverlust, Zurückweisung oder emotionaler Distanz in uns aktiviert wird. Außerdem geht es um: -wiederkehrende Beziehungsmuster und emotionale Eskalationen -Nähe-Distanz-Dynamiken in Paarbeziehungen -unbewusste Partnerwahl und Bindungsdynamiken -Kindheitsprägungen und ihren Einfluss auf heutige Beziehungen und darum, wie Beziehungen sich verändern können, wenn wir beginnen, den anderen nicht mehr nur als Gegner, sondern als Teil einer gemeinsamen Dynamik zu begreifen. Eine Folge über Liebe, Bindung, Sehnsucht, emotionale Verletzlichkeit und die unbewussten Prozesse, die unser Beziehungserleben prägen.


